Wie entwickeln sich die Bauzinsen in der Baufinanzierung? Unsere Zins-Charts

Wenn Sie ein Immobiliendarlehen aufnehmen, machen die Zinsen einen großen Teil der Kosten aus. Schon minimale Unterschiede hinter dem Komma können über tausende von Euro oder einige Jahre Kreditlast entscheiden. Daher beobachten wir das aktuelle Zinsniveau und dessen Auswirkungen auf die Baufinanzierungen sehr genau. Sie erhalten von uns sämtliche Informationen. Wir zeigen Ihnen, was der aktuelle Anstieg bei den Zinsen bei einem Baudarlehen für Sie bedeutet. Fragen Sie gerne eine Finanzierung bei uns an!

Autor:in
von Britta Barlage  in München, aktualisiert 01.09.2022
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Zinsentwicklung und Expertenmeinungen: Hier finden Sie wichtige Infos & aktuelle Bauzinsen

Zeitraum im Rückblick

Sollzinsbindung

Wie geht es weiter?

Das Wichtigste in Kürze

Nach einem leichten Rückgang im Juli und Anfang August, steigen die Zinsen seit Mitte August wieder leicht und liegen für zehnjährige Darlehen derzeit erneut bei rund 3 %. Die die Zinsen aber nicht mehr so stark angestiegen sind wie in der ersten Jahreshälfte sehen Expertinnen und Experten keinen Anstieg auf 4 %, sondern erwarten Zinsen von bis zu 3,5 %. Der Grund: Die aktuelle Rhetorik der Notenbanken sowie deren anstehenden Sitzungen deutet darauf hin, dass die Straffung der Zinspolitik fortgeführt wird. Auch dürften die Inflation sowie die gestiegenen Energiekosten das Zinsniveau in den nächsten Wochen und Monaten oben halten. Unsere Empfehlung: Wir empfehlen Käuferinnen und Käufern und allen, die bauen wollen, die eigene Finanzierung bestmöglich an die neue Situation anzupassen. Dabei sollten finanzielle Tragfähigkeit und Sicherheit an oberster Stelle stehen. Daher lohnt es sich den Immobilienmarkt gut zu beobachten, Zinsen zu vegleichen, eine Finanzierung gut vorzubereiten und sich bestenfalls frühzeitig beraten zu lassen.

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Früher und heute: Unsere Zins-Charts zeigen Immobilienzinsen im Vergleich

Die Zinsen für Baufinanzierungen waren in den vergangenen 40 Jahren nie auf einem so niedrigen Niveau wie in den letzten Jahren. Seit Beginn des Jahres 2022 bewegten sich die Zinsen erstmals wieder in einem Aufwärtstrend.
Auch wenn letztlich niemand sagen kann, wie sich die Zinsen genau entwickeln, empfehlen wir: Sollten Sie den Bau oder Kauf einer Immobilie planen, warten Sie nicht zu lange und nutzen Sie jetzt die günstigen Immobilienzinsen für sich. Natürlich sollten Sie dennoch die Finanzierung gut überlegen und sich beraten lassen.

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Für Ihre Baufinanzierung lohnt sich der Zinsvergleich. Denn mit Interhyp nutzen Sie den idealen Zeitpunkt für Ihre Finanzierung. Und Ihre Beraterin oder Ihr Berater bietet Ihnen die passende Lösung aus den Angeboten von über 500 Darlehensgebern.

Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

Aktuell steigen die Zinsen wieder leicht. Viele Expertinnen und Experten sind sich einig, dass die Zinsen kurzfristig gleichbleiben, im Verlauf des Jahres aber wahrscheinlich weiter steigen.
Zinstrend September 2022

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, Commerzbank, Deutschen Bank, DKB Deutsche Kreditbank, HypoVereinsbank, ING Deutschland, Santander und Sparkasse Hannover befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.
Das Bauzins-Trendbarometer gibt Ihnen eine Prognose, wie sich die Zinsen für Baudarlehen entwickeln. Sie erhalten einen ersten Eindruck über die Lage am Markt und entscheiden dadurch vielleicht sogar, wann der richtige Zeitpunkt für Sie gekommen ist.

Interhyp-Zinsbericht

Interhyp gibt im monatlichen Interhyp-Zinsbericht eine Einschätzung zu den Immobilienzinsen aktuell und eine Prognose zur kommenden Zinsentwicklung. Interhyp befragt zudem ein Expertenpanel von zehn namhaften deutschen Kreditinstituten zur Einschätzung der Hypothekenzinsen: Wie werden sich die zehnjährigen Baugeldzinsen kurz- sowie mittel- und langfristig entwickeln? Mit diesen Informationen lassen sich die Zinsen für Baudarlehen im Vergleich deutlich leichter beurteilen. So können Sie sich für Ihr Baudarlehen Konditionen sichern, die für Sie besonders günstig sind - oder auf Basis unserer Prognose auf bessere Konditionen warten. Das Ergebnis der aktuellsten Befragung finden Sie immer auch hier auf unserer Seite. Erfahren Sie mehr zu den Zinsen für Immobilienkredite - und zu den Auswirkungen auf die Hausfinanzierung.

Zinsbericht und Interhyp-Bauzins-Trendbarometer September 2022:

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Nachdem die Zinsen im Juli und der ersten Augusthälfte um rund 0,7 Prozentpunkte nachgegeben haben, sind Baudarlehen zuletzt wieder etwas teurer geworden. Anfang September müssen Immobilienkäufer und -käuferinnen für einen Kredit mit zehnjähriger Zinsbindung wieder rund 3 Prozent zahlen. Das jüngste Treffen weltweiter Notenbanker im amerikanischen Jackson Hole deutet darauf hin, dass das Zinsniveau im Jahresverlauf vor allem wegen der anhaltenden Rekordinflation mit großer Wahrscheinlichkeit weiter zulegt. Ein Großteil der von uns monatlich im Interhyp Bauzins-Trendbarometer befragten Expertinnen und Experten halten bis Jahresende Zinsen von bis zu 3,5 Prozent für möglich. Nachdem die Zinsen aber nicht mehr so stark angestiegen sind wie in der ersten Hälfte des Jahres, erwartet derzeit keiner der Experten mehr ein Niveau von 4 Prozent bis Jahresende. Im vergangenen Monat hatten dies noch einzelne Institute für möglich gehalten."
Wenn ich in diesen Tagen auf den Immobilien- und Finanzierungsmarkt in Deutschland blicke, muss ich an Fadenspiele denken, wie sie bei Kindern beliebt sind. Man spannt allein oder zu zweit mit einer stets gleich langen Schnur, die sich zwischen Händen und Fingern befindet, verschiedene Gebilde. Wenn wir an einem Finger beziehungsweise Ende ziehen, verändert sich die Form. Diese Gesetzmäßigkeit lässt sich am Immobilienmarkt beobachten, der durch unterschiedliche Faktoren bestimmt wird, die alle eng miteinander verknüpft sind. Der starke Zinsanstieg beim Baugeld im Vergleich zum Jahresbeginn hat zu Veränderungen am Markt geführt. Es spielt sich eine neue Balance zwischen Angebot und Nachfrage ein – und es ist zu ersten Preisrückgängen gekommen. Das bietet wieder neue Spielräume für die Verhandlung mit den Verkäufern und damit neue Chancen für Immobilieninteressentinnen und -interessenten. Sie sollten den Immobilienmarkt gut beobachten und ihr Kaufvorhaben gründlich vorbereiten, wozu auch eine frühzeitige Finanzierungsberatung sinnvoll ist.

Wie erhalten Sie Top-Zinsen?

Wenn Sie Geld anlegen, werden die Konditionen klar angezeigt, beim Tagesgeld oder Festgeld. Ebenso wenn Sie ein Girokonto anlegen. Oft finden Sie leicht Banken, die Ihnen gute Zinsen anbieten. Wenn Sie eine Immobilie finanzieren, ist das anders. Denn viele Faktoren beeinflussen den Zinssatz. Das ist zum einen der aktuelle Marktzins, aber es fließen auch weitere Punkte in die Berechnung ein:
  • Beruf
    Banken mögen es, wenn Darlehensnehmer beruflich gut abgesichert sind, da sie dann ein geringeres Risiko bei der Rückzahlung darstellen. Daher erhalten Beamte und Beamtinnen oft Top-Zinsen. Selbstständige oder Rentner und Rentnerinnen müssen hingegen mit einem höheren Zinssatz rechnen
  • Bonität
    Wie sicher kann jemand sein Darlehen zurückzahlen? Banken prüfen Ihre Einkommenssituation genau. Mit Ihrer Einwilligung holt die Bank auch eine SCHUFA-Auskunft ein, um Ihr Zahlungsverhalten einzuschätzen. Je besser Ihre Bonität eingeschätzt wird, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen.
  • Wohnort
    Viele Banken arbeiten regional begrenzt. Deshalb müssen Sie die Postleitzahl angeben. Zusätzlich prüfen die Banken, wie es um Angebot und Nachfrage in der jeweiligen Region steht. Sie kennen das: Manche Regionen und Lagen sind beliebter als andere. Je gefragter eine Immobilie ist, desto schneller findet sie einen Käufer / eine Käuferin. Und desto besser sind die Zinsen. Schließlich sinkt bei gefragten Immobilien das Risiko für die Banken, dass sie ihr Geld nicht zurückerhalten.
  • Höhe des Darlehens
    Viele Banken vergeben Top-Zinsen nur für bestimmte Mindest- oder Höchstsummen. In diesem Korridor sind Top-Zinsen zu erwarten, für niedrigere oder höhere Darlehenssummen steigt der Zinssatz.
  • Eigenkapital
    Als Faustregel gilt: Je weniger Sie das Darlehen benötigen, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen. Denn umso mehr Geld Sie haben, desto geringer ist das Risiko der Bank. Daher hält viel Eigenkapital den Zinssatz niedrig.
  • Sollzinsbindung
    Keine Bank kann voraussehen, wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln. Eine lange Laufzeit der Zinsbindung kostet daher einen Zinsaufschlag. Derzeit sind die Zinsen niedrig. Daher empfiehlt es sich trotz Aufschlag: Sichern Sie sich die günstigen Konditionen für möglichst viele Jahre.
  • Tilgungshöhe:
    Wenn Sie bereits am Anfang viel zurückzahlen, zahlen Sie das Darlehen insgesamt schneller zurück. Das verringert das Risiko der Bank und wird mit Top-Zinsen belohnt. Entscheiden Sie sich für ein Volltilger-Darlehen? Dann erhalten Sie meist einen Abschlag auf den Zinssatz. Auch auf diesem Weg können Sie sich Top-Zinsen sichern. Bitte vergleichen Sie die verschiedenen Darlehensarten sehr sorgfältig.
  • Sondervereinbarungen:
    Um Ihre Immobilie bestmöglich zu finanzieren, können einige zusätzliche Vereinbarungen helfen, etwa:
    - eine möglichst lange Phase ohne Bereitstellungszinsen
    - kostenlose Sondertilgungen
    - die Möglichkeit, die Tilgungshöhe anzupassen.
    Nicht jeder Darlehensgeber bietet diese Möglichkeiten, und auch die Konditionen können stark schwanken. Nur wenn Sie wirklich viele Angebote vergleichen, erhalten Sie ein individuell zugeschnittenes Darlehen mit Top-Zinsen
  • Marge der Bank
    Jede Bank erhebt einen Aufschlag auf den Marktzinssatz. Damit decken sie ihre Kosten und erwirtschaften ihren Gewinn. Auch daher gilt es, möglichst viele Angebote von Banken zu vergleichen.
In der Regel berücksichtigt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für ein Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich.
Ihr Nachbar / Ihre Nachbarin erhält Top-Zinsen von Bank A? Dann muss das für Sie nicht gelten und vielleicht bietet für Sie Bank B den besseren Zinssatz. Daher ist der Vergleich so wichtig.
Bei uns erhalten Sie ihn ganz unverbindlich. Die Expertinnen und Experten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie handeln in Ihrem Interesse. Gemeinsam vergleichen Sie Angebote von über 500 Anbietern. So finden Sie bestimmt Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt - und Ihnen den Traum vom eigenen Haus erfüllt.
Generell nutzt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für das Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich. Wenn Ihr Nachbar Top-Zinsen von Bank A erhält, kann für Sie Bank B den besseren Zinssatz im Angebot haben. Nutzen Sie deshalb unbedingt die Möglichkeit zu einem kostenlosen und unverbindlichen Vergleich. So finden Sie die Bank, die Ihnen für Ihren Traum vom Haus die besten Hypothekenzinsen anbietet. Die Baufinanzierungsexperten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie nehmen gemeinsam mit Ihnen einen Vergleich der Angebote von mehr als 500 Anbietern zur Baufinanzierung vor. So finden Sie immer Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt.
Wichtig: Auch wenn die Hypothekenzinsen beziehungsweise Bauzinsen aktuell niedrig sind. Schließen Sie nichts voreilig ab. Planen Sie vielmehr wohlüberlegt. Und dazu gehört ein sorgfältiger Vergleich der Banken. Nutzen Sie den Zinsbericht von Interhyp, um auf dem Laufenden zu bleiben. Gut beraten sind Sie nur mit objektiven Expertinnen und Experten, die Sie über mögliche Darlehensvarianten aufklären und mit allen wichtigen Informationen versorgen.

Kurz und knapp: Das sagen die Fachleute

Kurzfristig, also auf Sicht der nächsten Wochen, erwarten die meisten Expertinnen und Experten gleichbleibende Zinsen, auf Halbjahres- und Jahressicht geht der Großteil wieder von leicht steigenden Niveaus aus.

Allianz

"Die Inflation zwingt die Zentralbanken zu einer Anhebung der kurzfristigen Zinsen. Die langfristigen Zinsen sind auf den ersten Blick davon unabhängig, diese steuert die EZB mittels Wertpapierkäufen. Aber Wertpapierkäufe treiben auch die Inflation. Letztlich muss die EZB den Markt zu einem gewissen Grad sich selbst überlassen und dann sind negative Realrenditen nicht realistisch."

Commerzbank

"Wir rechnen mit einem großen Zinsschritt der Europäischen Zentralbank (EZB) um 50 Basispunkte im September und danach mit zwei Zinserhöhungen um je 25 Basispunkte. Der EZB-Einlagensatz dürfte im Dezember somit bei 1,00% liegen. Die EZB entscheidet darüber datenabhängig. Da sich aber die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zunehmend materialisieren, während die Aufwärtsrisiken bei der Inflation noch nicht abnehmen, dürften die Marktschwankungen hoch bleiben. Wir halten es weiter für gut möglich, dass die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen wieder über 1,5% ansteigt."

Deutsche Bank

"Vor dem Hintergrund des weiter steigenden Inflationsdrucks dürfte die Europäische Zentralbank einen steilen Zinsanhebungszyklus vollziehen. Insbesondere in diesem Jahr dürften die Währungshüter in der Eurozone auf den verbleibenden Sitzungen kräftig die Leitzinsen anheben, was sich dann wiederum in den Staatsanleiherenditen und damit auch den Kreditkosten widerspiegeln sollte. Allerdings wurde auch schon ein großer Teil der erwarteten Zinsanhebungen in den Aufwärtsbewegungen der Staatsanleiherenditen in diesem Jahr vorweggenommen. Der Großteil des Kreditzinsanstieges dürfte daher bereits hinter uns liegen."

DKB Deutsche Kreditbank

"Die EZB hat die letzten Wochen den Ton in Bezug auf die Bekämpfung der Inflation deutlich verschärft. Deshalb erwartet der Kapitalmarkt für die September-Besprechung erneut eine Erhöhung der Leitzinsen von mindestens 0,50%. Unverändert bleiben die Kapitalmärkte sehr nervös und Volatilitäten von 0,25% innerhalb einer Woche werden langsam zur Gewohnheit."

HypoVereinsbank

"Im Laufe des Monats August wurde offensichtlich, dass die Europäische Zentralbank der Bekämpfung der Inflationsgefahren deutlichen Vorrang gegenüber zunehmenden Konjunktursorgen einräumt. Aller Voraussicht nach wird sie die Leitzinsen weiter (kräftig) anheben, auch wenn die Volkswirtschaft in der Eurozone Rezessionstendenzen aufweisen sollte. Diese Erkenntnis führte an den Rentenmärkten zu einer erneuten Kursumkehr und wieder steigenden Renditen. Aufwärtsdruck auf die Renditen dürfte vorerst anhalten und auch mittelfristig höhere Finanzierungszinsen mit sich bringen."

ING Deutschland

"In den kommenden Wochen stehen die Zeichen noch auf weitere Leitzinserhöhungen in den USA und der Eurozone. Vor allem in Europa wird die EZB aber zunehmende Probleme bekommen, die Zinsen so weit zu erhöhen wie der Markt aktuell denkt. Die aufziehende Rezession sollte die EZB im Herbst umstimmen und dann auch wieder zu einem Rückgang der Kapitalmarktzinsen führen."

Santander

"Aktuell wird die Renditeentwicklung durch Rezessionssorgen gedämpft, unter Schwankungen sollten diese und damit auch die Hypothekenzinsen aber dennoch wieder zulegen können. Die noch immer hohe Inflation dürften die Notenbanken dazu veranlassen den Zinserhöhungskurs weiter fortzusetzen und weiter für tendenziell steigende Kapitalmarktzinsen sorgen. Begrenzt wird das Potenzial aber durch konjunkturabschwächende Tendenzen, zudem werden bereits Leitzinssenkungen der US-Notenbank Fed im kommenden Jahr zunehmend von einigen Markteilnehmern erwartet."

Sparkasse Hannover

"Aufgrund der zunehmenden Dramatik bei der Inflations- und Konjunkturentwicklung bleiben die Zinsschwankungen extrem. Die zunehmend absehbare Rezession im Euroraum dürfte dazu führen, dass trotz anhaltend hoher Inflationsdynamik die Zinsen allenfalls nur noch leicht steigen."

Zins- und Marktumfeld

Nach dem Zinsschritt ist vor dem Zinsschritt. Zumindest deutet die aktuelle Rhetorik der Notenbanken darauf hin, dass die Straffung der Zinspolitik ungeachtet möglicher wirtschaftlicher Schäden fortgeführt wird. Die EZB, die der steigenden Inflation über Monate hinweg ohne Leitzinserhöhung zugeschaut hat, hatte Mitte Juli einen historischen Zinsschritt von 0 auf 0,50 % unternommen. Die nächste Zinsanhebung zur Sitzung am 8. September gilt bereits als ausgemachte Sache. Marktteilnehmer sind sich nur über die Höhe uneins. Weitere 0,5 % nach oben gelten als sicher. Möglich wären aber ebenso 0,75 %.
Die amerikanische Notenbank Fed wird gleichfalls die längst eingeleitete Straffung der Geldpolitik beibehalten. Beim wichtigen Notenbanktreffen in Jackson Hole kündigte Fed-Chef Jerome Powell ein entschlossenes Vorgehen gegen die Inflation an, bei der er noch lange kein Ende sieht. Zum Schrecken der Märkte bekräftigte er sogar, zur Dämpfung der Teuerung eine Rezession in Kauf zu nehmen. Bei der letzten Sitzung Ende Juli hatte die Fed die Leitzinsen bereits um 0,75 % auf 2,25 bis 2,50 % angehoben. Bei der nächsten Sitzung im September ist ein weiterer deutlicher Zinsschritt wahrscheinlich. Die ohnehin angeschlagenen Aktienmärkte haben mit deutlichen Kursverlusten auf diese Aussagen reagiert.
Die Inflationsdaten präsentieren sich von der entschlossenen Gangart gegen die Teuerung weiterhin unbeeindruckt. In der Eurozone lag die Inflationsrate im August bei 9,1 %, in Deutschland bei 7,9 %. In den USA galoppieren die Verbraucherpreise ebenfalls in die Höhe. Hauptauslöser neben vielen anderen Faktoren bleiben die immens gestiegenen Energiekosten wie etwa für Gas und nun auch Strom. Vor diesem Hintergrund werden mittlerweile sogar zweistellige Inflationsraten für möglich gehalten.
Eine Rezession in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion wird laut aktuellen Analysen immer wahrscheinlicher. Davon bleibt den neusten Zahlen zufolge Deutschland nicht verschont, das jahrelang Zugpferd der europäischen Konjunktur gewesen ist.
Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen, die eine wichtige Orientierungsgröße für die Entwicklung der Bauzinsen sind, sind auf rund 1,5 % angestiegen.

Interhyp-Expertenrat

Wir empfehlen angesichts des aktuellen Zinsumfelds, die eigene Finanzierung bestmöglich an die neue Situation anzupassen. Oberste Maßgabe bleiben finanzielle Tragfähigkeit und Sicherheit. Die Zinssicherheit wird bei Finanzierungen maßgeblich über die Dauer der Zinsbindung gesteuert – wie all jene Eigentümerinnen und Eigentümer mit laufenden Darlehen aktuell schmerzhaft spüren, die ihre Konditionen eher kurz festgeschrieben haben und nun eine teurere Anschlussfinanzierung vornehmen müssen. Wer kaufen oder bauen will, sollte sich einen guten Überblick verschaffen. In einer umfangreichen Studie haben wir vor einigen Monaten festgestellt, dass viele Menschen überhaupt nicht wissen, ob und zu welchen Bedingungen sie sich eventuell eine Immobilie leisten könnten. Auf unserer Webseite haben wir dafür beispielsweise einen einfach zu bedienenden Kauf-Miet-Rechner installiert. Hier lässt sich mit wenigen Klicks herausfinden, welcher Kredit sich theoretisch mit der aktuellen Miethöhe stemmen lässt. Bei 1.200 Euro Miete pro Monat wären das derzeit trotz des gestiegenen Bauzinsniveaus immerhin noch rund 260.000 Euro. Ob das in der Praxis für den Wohneigentumserwerb reicht, ließe sich in einem anschließenden Gespräch mit einem Finanzierungsexperten oder -expertin vertiefen.

Darlehenszinsen im Allgemeinen - das sollten Sie wissen

Die Darlehenszinsen sind ein aktuell großes Thema. Denn noch immer sind die Kreditzinsen auf einem äußerst geringen Niveau. Dies gilt keinesfalls nur für die Bauzinsen. Sie erhalten beispielsweise auch Ratenkredite zu aktuell sehr niedrigen Zinssätzen. Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie jedoch einiges über Darlehenszinsen wissen.

Wonach richtet sich die Höhe der Darlehenszinsen?

Die Höhe der Darlehenszinsen wird von mehreren Faktoren maßgeblich beeinflusst. Dazu zählen sowohl innere als auch äußere Faktoren, insbesondere:
  • Leitzinsen bzw. allgemeines Zinsniveau am Markt
  • Darlehensart
  • Bonität des Kunden / der Kundin
  • Darlehenssumme und Laufzeit
  • Sicherheiten
Für Sie interessant: Die Darlehenszinsen hängen auch von der Kreditart ab. So zahlen Sie beispielsweise für einen Dispositionskredit auch 2021 noch Zinssätze von teilweise 10, 11 oder sogar 12 %. Einen Ratenkredit erhalten Sie hingegen im günstigsten Fall sogar zu einem Zins von unter 2 %. Noch günstiger sind derzeit Immobilienkredite. Denn sie werden mittlerweile schon zu vorteilhaften Zinssätzen vergeben.

Wie werden die Darlehenszinsen berechnet?

Sie berechnen Darlehenszinsen relativ einfach. Sie benötigen dazu lediglich die gewünschte Kreditsumme, die Laufzeit des Darlehens sowie den Zinssatz, den die Bank veranschlagt. Auf dieser Grundlage können Sie den zu zahlenden Darlehenszins berechnen, ebenso wie die monatliche Kreditrate.
Bei einem Immobilienkredit kommt als Besonderheit hinzu: Die Höhe der zu zahlenden Darlehenszinsen nimmt im Laufe der Jahre ab. Dies geschieht durch die Tilgungsverrechnung, die meist monatlich stattfindet.
Sie bewirkt nämlich, dass Ihre Restschuld um die bereits geleistete Tilgung reduziert wird. Denn die Darlehenszinsen werden bei einem Hypothekenkredit ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Restschuld ermittelt. Somit wird die Zinssumme im Laufe der Zeit immer geringer. Auf der anderen Seite erhöht sich die Tilgung, wenn Sie sich für ein Annuitätendarlehen entschieden haben. Dort bleibt die monatliche Kreditrate nämlich immer gleich, sodass sich nur das Verhältnis von Tilgung und Zinsen verschiebt. Mit dem Finanzierungsrechner von Interhyp können Sie berechnen, wie wie sich Zinssatz und Tilgungshöhe auf Ihre Immobilienfinanzierung auswirken
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