Hauskauf mit Unterstützung der Eltern
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Wie Sie mit Unterstützung der Eltern Ihr Traumhaus kaufen können

Sich von Ihren Eltern beim Hauskauf unterstützen zu lassen, ist durchaus eine sinnvolle Option. Erfahren Sie hier, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es dabei gibt. Und lesen Sie auch, was Sie beachten sollten, damit der Familienfrieden nicht darunter leidet.

Annika Wälte
von Annika Wälte  in München, aktualisiert 15.11.2023
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Weihen Sie Ihre Eltern in die eigenen Träume und Ziele ein

Als Erwachsene oder Erwachsener mag es sich seltsam anfühlen, die eigenen Eltern beim Immobilienkauf um finanzielle Unterstützung zu bitten. Dabei liegt es Eltern am Herzen, auch erwachsenen Kindern beizustehen, damit diese ihre Ziele verwirklichen können. Nehmen Sie sich Zeit für ein Gespräch abseits der Alltagsthemen, um Ihre Eltern in Ihre Ziele für die Zukunft und die Beweggründe für den Immobilienkauf einzuweihen. Möglicherweise gibt es bereits ein Objekt, das Sie ihnen zeigen können. Wichtig: Sprechen Sie dabei auch finanzielle Hindernisse offen und ehrlich an.
Alle Beteiligten sollten transparent ihre finanzielle Situation offenlegen. Das umfasst Einkommen, Vermögenswerte, Schulden und laufende Verpflichtungen. Nur so können beiden Seiten die Möglichkeiten realistisch einschätzen.

Unser Tipp

Bei einer Finanzierungsberatung können sich Kaufinteressierte verschiedene Finanzierungsmodelle erstellen lassen. Sie zeigen auf, wie sich die Höhe der Unterstützung auf die Konditionen der Baufinanzierung auswirkt.

Finanzielle Planung und Budgetierung gemeinsam mit den Eltern durchführen

Stecken Sie in einem offenen Gespräch mit Ihren Eltern den Rahmen ab: Gibt es bereits eine Immobilie, die in Frage kommt oder müssen Sie noch suchen? Soll es ein Haus sein oder eine Wohnung? Wie viel Wohnfläche wird benötigt? Wie sieht der Zeitplan aus und vor allem, wie hoch ist das Budget? Machen Sie einen gemeinsamen Kassensturz, der alle erwartbaren Kosten des Hauskaufs (Kaufnebenkosten nicht vergessen!) sowie laufende Ausgaben für Hypothek, Steuern, Versicherungen und Wartung berücksichtigt. Nutzen Sie dafür auch unsere Haushalts- und Budgetrechner.

So gehen Sie gemeinsam vor:

  • Budget erstellen: Im Haushaltsplan listen Sie sämtliche monatlichen Einnahmen und Ausgaben auf. Setzen Sie für laufende, aber variable Kosten, einen Durchschnittswert an. Dazu kommen alle erwarteten Kosten des Hauskaufs sowie laufende Ausgaben für Hypothek, Steuern, Versicherungen und Wartung. So ermitteln Sie, wie viel Geld monatlich für die Tilgung übrig ist. Bei einer Bestandsimmobilie sollten Reparaturen oder wertsteigernde Modernisierungsmaßnahmen unbedingt ins Budget einbezogen werden.
  • Finanzierungsberatung: Spätestens bei der Entwicklung des Finanzierungsplans ist eine professionelle Finanzierungsberatung wichtig. Dabei klärt sich, wie viel finanzielle Unterstützung von Ihren Eltern benötigt wird und wie diese Unterstützung aussehen könnte, z. B. als Darlehen oder Schenkung.
  • Sicherheiten und Rückzahlung: Wenn Ihre Eltern helfen, sollte geklärt sein, ob und wie sie abgesichert werden und zu welchen Bedingungen und Fristen das Geld zurückgezahlt wird. Halten Sie alles, was sie hierzu besprechen, schriftlich fest.
  • Regelmäßige Überprüfung: Sie sollten vereinbaren, das Budget und die finanziellen Pläne in bestimmten zeitlichen Abständen zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

So können Eltern ihre Kinder finanziell unterstützen

Kalkulieren
Eltern können bei der Immobilienfinanzierung helfen. Die Art und Weise sowie die Höhe haben einen Einfluss auf das Budget, die Auswahl der Immobilie und die Finanzierung.
Mit einer Schenkung stellen Ihre Eltern Geld zur Verfügung, das als Eigenkapital angerechnet werden kann. Damit lässt sich ein günstigerer Zinssatz erzielen und die monatlichen Zahlungen reduzieren. Wichtig: Jede und jeder Beschenkte hat einen persönlichen Freibetrag. Bei Kindern beträgt er 400.000 Euro. Alle 10 Jahre kann er bei einer erneuten Schenkung aufs Neue voll ausgeschöpft werden.
Bei einem zinslosen Darlehen stellen Eltern eine Geldsumme zur Verfügung, die im Laufe der Zeit zurückgezahlt wird. Das Geld kann als Eigenkapital eingebracht werden. Wenn kein Zins gefordert wird, liegt eine Schenkung vor. Ob sie den gesamten Betrag des Darlehens umfasst oder nur den Vorteil aus der Zinslosigkeit, sollte im Einzelfall mit Fachleuten geklärt werden. Auch unter Angehörigen ist ein Kreditvertrag wichtig, in dem die Höhe etwaiger Zinsen und die monatliche Tilgung festgelegt werden. Halten Sie auch fest, was bei Zahlungsrückständen geschieht.
Ihre Eltern bürgen mit einer eigenen Immobilie. Dabei legen Eltern bei der Bank ihre eigene Immobilie (oder einen Teil) als Sicherheit fest, sind aber selbst nicht Kreditnehmer. Dadurch profitieren Sie von besseren Konditionen bei der Kreditvergabe. Im Falle eines Ratenausfalls oder einer Zwangsversteigerung kann es aber im schlimmsten Fall dazu führen, dass Ihre Eltern ihre Immobilie verkaufen müssen.
Als Alternative kann für die Immobilie eine Grundschuld in das Grundbuch eingetragen werden. Eltern belegen ihr Haus mit einer Hypothek und reichen das Geld als Schenkung oder privates Darlehen weiter. Die fälligen Raten an die Bank können Ihre Eltern Ihnen in Rechnung stellen. Allerdings fallen Kosten wie Zinsen, Kosten für Notar und für die Eintragung ins Grundbuch an. Außerdem bleibt die Kreditlast der Eltern gegenüber der Bank bestehen, sollten Sie Ihren Immobilienkredit nicht mehr begleichen können.
Auch die Übertragung von Bausparverträgen ist möglich. Ideal ist, wenn eine baldige Zuteilung des übertragenen Vertrags ansteht, damit Sie schnell an das Geld kommen. Über das als Bausparsumme bereits eingezahlte Geld müssen Sie sich mit Ihren Eltern privat einigen.
Wenn die finanziellen Mittel vorhanden sind, ist auch ein Mietkauf möglich. Dabei kaufen Ihre Eltern die Immobilie und vermieten sie an Sie. Allerdings ist hier das Alter der Eltern zu berücksichtigen. Sind sie über 65 Jahre, kann ein schlechterer Zinssatz anfallen. Außerdem gehen beim Todesfall Ihrer Eltern während der Kreditlaufzeit die Schulden ins Erbe über.

Unser Tipp

Wie Eltern ihren Kindern bei der Immobilienfinanzierung helfen, hängt u.a. von den finanziellen Möglichkeiten der Eltern, den Plänen der Kinder und den Umständen ab. Eine eingehende Finanzierungsberatung hilft an diesem Punkt, um sicherzustellen, dass alle wichtigen Aspekte angemessen berücksichtigt werden.

Eine Frage des Budgets: die gemeinsame Suche nach dem passenden Traumhaus

Traumhaus finanziert mit Unterstützung der Eltern
Der Kauf einer Immobilie kann kräftezehrend sein. Eltern können ihrem Kind emotionalen Beistand bieten und es darin bestärken, geduldig zu bleiben. Meist kennen sie die Situation vom eigenen Hauskauf und bringen ihre Erfahrung ein. Um eine gesunde Balance zu wahren, sollte Sie bereits im Vorfeld besprechen, in welchen Bereichen die Meinung Ihrer Eltern gefragt ist und wo Sie ohne wohlgemeinte Ratschläge agieren möchten.
Nachdem die Form der finanziellen Unterstützung geklärt ist, können Sie – wenn Sie das möchten – gemeinsam mit Ihren Eltern auf die Suche nach einer geeigneten Immobilie gehen sie mitnehmen zu Besichtigungen. Ihre Eltern können Sie auch bei Preisverhandlungen unterstützen. Eine wichtige Rolle könnten sie auch als „Kassenwart” übernehmen. Denn während einer Immobilienfinanzierung können sich verschiedene Faktoren ändern, die das Budget beeinflussen. Dazu gehören notwendige Anschaffung oder die Geburt eines Kindes, die vorübergehend die Einkommenssituation verändert. Auch können sich Zinssätze gerade mit Blick auf die Anschlussfinanzierung ändern.

Bei Banken oder Kreditgebern optimale Konditionen verhandeln

Sie haben bereits weiter oben gelesen, wie Ihre Eltern Sie finanziell unterstützen können. Die Möglichkeiten reichen von der Schenkung bis zur Aufnahme einer Hypothek auf die eigene Immobilie. Damit erhöhen Sie die Chancen auf ein Darlehen und verbessern die Konditionen. Deshalb ist es hilfreich, wenn Sie Unterlagen wie Gehaltsabrechnungen, Steuererklärungen und Kontoauszüge bereithalten, um bei Bedarf Ihre finanzielle Stabilität zu belegen. Wichtig ist auch, dass die Modalitäten eines zinsfreien oder zinsgünstigen Familienkredits schriftlich festgehalten sind und der Bank gezeigt werden können.
Eltern können ihre Kinder auch in der Vorbereitung auf eine Finanzierungsberatung coachen. Als Familienmitglied stellen sie im Vorfeld der Gespräche möglicherweise Fragen, die Ihnen nicht eingefallen wären. Möglicherweise haben sie auch Zeit und Erfahrung, sich mit Zinssätzen und Finanzierungsbedingungen auseinanderzusetzen und können Ihnen relevante Informationen hierzu geben.

Unbedingt dran denken: Förderprogramme oder staatliche Hilfe für den Ersterwerb beantragen

Beratung
Machen Sie sich schlau, welche Förderprogramme oder staatliche Hilfen bereitgestellt werden. Gerade der Ersterwerb einer Immobilie wird vom Bund und den Ländern über diverse Förderungen und Zuschüsse unterstützt. Auch bei dieser Recherche können Ihre Eltern helfen. Einen Überblick finden Sie hier.
Kontaktieren Sie hierzu eine Expertin oder einen Experten von Interhyp. Lassen Sie sich – gerne auch gemeinsam mit Ihren Eltern – beraten, welche Optionen in Ihrem konkreten Fall sinnvoll sind und von welchen Fördermöglichkeiten Sie profitieren können.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eltern wollen auch ihre erwachsenen Kinder unterstützen. Ein offenes Gespräch kann neue Wege für die Immobilienfinanzierung ermöglichen.
  • Eine Schenkung ist die unkomplizierteste Form der Unterstützung, um die Eigenkapitalquote zu erhöhen. Dadurch verbessern sich meist die Konditionen der Baufinanzierung.
  • Leihen Eltern ihrem Kind Geld, stellen sie ihre Immobilie als Sicherheit oder nehmen sie eine Hypothek auf, sollten beide Beteiligten einen Vertrag abschließen.
  • Eltern, die ihre Immobilie beleihen, sind als Vertragspartner der Bank für die Rückzahlung zuständig.

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