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Bauzinsen: Konditionen haben Allzeittief erreicht

Die Bauzinsen liegen wieder auf dem Niveau des Rekordtiefs vom Frühjahr vergangenen Jahres. Experten erwarten kurzfristig weiter günstige Konditionen.

Bauzinsen wieder auf Allzeittief

Die Bauzinsen liegen wieder auf einem historisch niedrigen Niveau.

(München, 16.06.2016) Die Woche steht ganz im Zeichen von Zinsen und Renditen. So machte die zehnjährige Bundesanleihe Schlagzeilen: Deren Rendite ist erstmals unter null Prozent gesunken. Der Grund ist die hohe Nachfrage nach sicheren Anleihen. Anleger sind mangels Alternativen sogar bereit, für Sicherheit Verluste in Kauf zu nehmen. Das Zinsumfeld bleibt vorerst niedrig. Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins auf null Prozent - und auf ihrer Sitzung am Mittwochabend hat die amerikanische Notenbank Fed entschieden, die Leitzinsen noch nicht zu erhöhen.

Was den Sparer ärgert, ist günstig für Immobilienkäufer und Bauherren. Banken können sich derzeit günstig refinanzieren und bieten Baufinanzierungskunden Finanzierungen zu Konditionen an, die es in der Vergangenheit lange nicht gegeben hat. Laut Interhyp, dem größten Vermittler für private Baufinanzierungen, haben die Zinsen für Immobilienkredite jetzt wieder ein historisch niedriges Niveau erreicht: Die Bauzinsen liegen aktuell oft bei rund 1,3 Prozent für zehnjährige Darlehen. Zuletzt war ein vergleichbarer Tiefpunkt im Frühjahr 2015 erreicht worden.

Experten erwarten, dass es zumindest kurzfristig bei diesem Niveau bleibt. So urteilt die Postbank in einer Bankenbefragung für das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer im Juni: "Das von der EZB im März beschlossene Maßnahmenpaket dürfte die Kapitalmarktzinsen in Deutschland noch für einige Zeit auf sehr niedrigem Niveau halten. Auch von der internationalen Seite ist nicht mit starken Impulsen zu rechnen, die die Renditen hierzulande in die Höhe treiben könnten. Kurzfristig rechnen wir daher mit einem weitgehend unveränderten Renditeniveau." Mittel- bis langfristig halten Zinsexperten moderate Steigerungen für wahrscheinlich, etwa wenn die amerikanische Notenbank die Leitzinsen erhöht oder die Konjunktur in Europa anzieht.


Redaktion: Britta Barlage