Wie entwickeln sich die Bauzinsen in der Baufinanzierung? Unsere Zins-Charts

Wenn Sie ein Immobiliendarlehen aufnehmen, machen die Zinsen einen großen Teil der Kosten aus. Schon minimale Unterschiede hinter dem Komma können über tausende von Euro oder einige Jahre Kreditlast entscheiden. Daher beobachten wir das aktuelle Zinsniveau und dessen Auswirkungen auf die Baufinanzierungen sehr genau. Sie erhalten von uns sämtliche Informationen. Wir zeigen Ihnen, was der aktuelle Anstieg bei den Zinsen bei einem Baudarlehen für Sie bedeutet. Fragen Sie gerne eine Finanzierung bei uns an!

von Britta Barlage in München, aktualisiert 02.06.2022

Zinsentwicklung und Expertenmeinungen: Hier finden Sie wichtige Infos & aktuelle Bauzinsen

Das Wichtigste in Kürze

Immobilienkredite haben sich im Mai weiter verteuert, wenn auch nicht mehr so schnell wie in den vergangenen Monaten. Aktuell findet eher eine Seitwärtsbewegung bei den Bauzinsen statt.

Seit Jahresbeginn bis Anfang Juni legten die Zinsen für zehnjährige Immobiliendarlehen von circa 1 % Prozent auf rund 2,8 % zu. Dadurch müssen Immobilienkaufende monatlich nun deutlich mehr Geld für ihre Darlehensraten aufbringen. Grund dafür ist laut Experten die seit Monaten anhaltende Rekordinflation, ausgelöst durch die Coronapandemie und den Ukraine-Krieg.

Expertinnen und Experten gehen derzeit davon aus, dass die Zinsen bis Jahresende weiter steigen werden. Die Mehrheit erwartet Konditionen zwischen 3 und 3,5 %. Nutzen Sie daher jetzt noch die Niedrigzinsphase!

Wie geht es weiter?

  • Berechnen Sie mögliche Konditionen für die Finanzierung.
  • Lassen Sie sich unverbindlich beraten.
  • Beobachten Sie Ihren persönlichen Zins mit unserem Zinsradar.
  • Bleiben Sie über Zinsen und Baufinanzierung auf dem Laufenden mit unserem Newsletter.

Früher und heute: Unsere Zins-Charts zeigen Immobilienzinsen im Vergleich

Die Zinsen für Baufinanzierungen waren in den vergangenen 40 Jahren nie auf einem so niedrigen Niveau wie in den letzten Jahren. Für 2022 werden nun steigende Bauzinsen erwartet.
Auch wenn letztlich niemand sagen kann, wie sich die Zinsen genau entwickeln, empfehlen wir: Sollten Sie den Bau oder Kauf einer Immobilie planen, warten Sie nicht zu lange und nutzen Sie jetzt die günstigen Immobilienzinsen für sich. Natürlich sollten Sie dennoch die Finanzierung gut überlegen und sich beraten lassen.

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Sichern Sie sich die im historischen Vergleich noch immer sehr niedrigen Zinsen. Für Ihre Baufinanzierung lohnt sich der Zinsvergleich. Denn mit Interhyp nutzen Sie den idealen Zeitpunkt für Ihre Finanzierung. Und Ihre Beraterin oder Ihr Berater bietet Ihnen die passende Lösung aus den Angeboten von über 500 Darlehensgebern.

Interhyp-Bauzins-Trendbarometer

Nachdem viele Expertinnen und Experten nach dem Anstieg der vergangenen Wochen vorerst kein großes weiteres Aufwärtspotenzial sahen, haben sich diese Prognosen nun geändert. Die Mehrheit der Fachleute ist sich einig, dass es sowohl kurzfristig als auch im Verlauf des Jahres mit den Konditionen weiter bergauf gehen wird.

*Interhyp-Bauzins-Trendbarometer: Für diese Ausgabe haben wir Experten der Allianz, Commerzbank, Deutschen Bank, DKB Deutsche Kreditbank, HypoVereinsbank, ING Deutschland, MünchenerHyp, PSD RheinNeckarSaar, Santander und Sparkasse Hannover befragt. Das Interhyp-Bauzins-Trendbarometer sagt aus, wieviel Prozent der Experten jeweils die Antwort "gleichbleibend", "fallend" oder "steigend" angegeben haben.
Das Bauzins-Trendbarometer gibt Ihnen eine Prognose, wie sich die Zinsen für Baudarlehen entwickeln. Sie erhalten einen ersten Eindruck über die Lage am Markt und entscheiden dadurch vielleicht sogar, wann der richtige Zeitpunkt für Sie gekommen ist.

Interhyp-Zinsbericht

Interhyp gibt im monatlichen Interhyp-Zinsbericht eine Einschätzung zu den Immobilienzinsen aktuell und eine Prognose zur kommenden Zinsentwicklung. Interhyp befragt zudem ein Expertenpanel von zehn namhaften deutschen Kreditinstituten zur Einschätzung der Hypothekenzinsen: Wie werden sich die zehnjährigen Baugeldzinsen kurz- sowie mittel- und langfristig entwickeln? Mit diesen Informationen lassen sich die Zinsen für Baudarlehen im Vergleich deutlich leichter beurteilen. So können Sie sich für Ihr Baudarlehen Konditionen sichern, die für Sie besonders günstig sind - oder auf Basis unserer Prognose auf bessere Konditionen warten. Das Ergebnis der aktuellsten Befragung finden Sie immer auch hier auf unserer Seite. Erfahren Sie mehr zu den Zinsen für Immobilienkredite - und zu den Auswirkungen auf die Hausfinanzierung.

Zinsbericht und Interhyp-Bauzins-Trendbarometer Juni 2022:

Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft der Interhyp AG: "Aktuell verliert der rasante Zinsanstieg bei Immobiliendarlehen, der im Januar eingesetzt hat, zumindest etwas an Fahrt. Seit Jahresbeginn haben die Konditionen für zehnjährige Kredite von rund einem Prozent auf gut 2,6 % Anfang Mai zugelegt. Seit Mitte Mai bewegen sich die Konditionen bei rund 2,8 % erstmals seit Monaten seitwärts. Lieferkettenprobleme und Rohstoffknappheit durch den Ukraine-Krieg und die Corona-Pandemie sorgen für hohe Inflationsraten. In Folge sind auch Immobilienfinanzierungen in diesem Jahr deutlich teurer als 2021. Die Rhetorik der Notenbanken FED und EZB bei den nächsten Sitzungen im Sommer lässt eventuell erste Rückschlüsse zu, welches Zinsniveau angesichts der Inflations- und unsicheren Konjunkturerwartungen langfristig zu erwarten ist. Der Aufwärtsdruck könnte nachlassen. Noch sieht es jedoch nicht so aus – im Gegenteil. Einige der von uns monatlich im Interhyp Bauzins-Trendbarometer befragten Expertinnen und Experten halten in der Mehrheit weitere Zinssteigerungen für wahrscheinlich. In der Höhe ist das Bild nicht ganz einheitlich. Bis Jahresende erwartet die Mehrheit steigende Konditionen zwischen 3 und 3,5 % einige wenige halten auch ein Überschreiten dieser Marke für möglich.“
Nicht nur Immobilienkäufer und -käuferinnen sind vom drastischen Zinsanstieg bei Immobiliendarlehen durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg betroffen. Auch Immobilienbesitzer mit laufenden Krediten müssen sich damit beschäftigen, ob und wie sich die höheren Konditionen auf ihren Anschlusskredit auswirken.
Der nun verlangsamte Zinsanstieg verschafft Interessenten die Möglichkeit und etwas Zeit, die Situation neu zu bewerten. Wer jetzt kaufen möchte oder eine Anschlussfinanzierung für den Erstkredit benötigt, sollte in Ruhe kalkulieren und nichts überstürzen.

Wie erhalten Sie Top-Zinsen?

Wenn Sie Geld anlegen, werden die Konditionen klar angezeigt, beim Tagesgeld oder Festgeld. Ebenso wenn Sie ein Girokonto anlegen. Oft finden Sie leicht Banken, die Ihnen gute Zinsen anbieten. Wenn Sie eine Immobilie finanzieren, ist das anders. Denn viele Faktoren beeinflussen den Zinssatz. Das ist zum einen der aktuelle Marktzins, aber es fließen auch weitere Punkte in die Berechnung ein:
  • Beruf
    Banken mögen es, wenn Darlehensnehmer beruflich gut abgesichert sind, da sie dann ein geringeres Risiko bei der Rückzahlung darstellen. Daher erhalten Beamte und Beamtinnen oft Top-Zinsen. Selbstständige oder Rentner und Rentnerinnen müssen hingegen mit einem höheren Zinssatz rechnen
  • Bonität
    Wie sicher kann jemand sein Darlehen zurückzahlen? Banken prüfen Ihre Einkommenssituation genau. Mit Ihrer Einwilligung holt die Bank auch eine SCHUFA-Auskunft ein, um Ihr Zahlungsverhalten einzuschätzen. Je besser Ihre Bonität eingeschätzt wird, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen.
  • Wohnort
    Viele Banken arbeiten regional begrenzt. Deshalb müssen Sie die Postleitzahl angeben. Zusätzlich prüfen die Banken, wie es um Angebot und Nachfrage in der jeweiligen Region steht. Sie kennen das: Manche Regionen und Lagen sind beliebter als andere. Je gefragter eine Immobilie ist, desto schneller findet sie einen Käufer / eine Käuferin. Und desto besser sind die Zinsen. Schließlich sinkt bei gefragten Immobilien das Risiko für die Banken, dass sie ihr Geld nicht zurückerhalten.
  • Höhe des Darlehens
    Viele Banken vergeben Top-Zinsen nur für bestimmte Mindest- oder Höchstsummen. In diesem Korridor sind Top-Zinsen zu erwarten, für niedrigere oder höhere Darlehenssummen steigt der Zinssatz.
  • Eigenkapital
    Als Faustregel gilt: Je weniger Sie das Darlehen benötigen, desto eher erhalten Sie Top-Zinsen. Denn umso mehr Geld Sie haben, desto geringer ist das Risiko der Bank. Daher hält viel Eigenkapital den Zinssatz niedrig.
  • Sollzinsbindung
    Keine Bank kann voraussehen, wie sich die Zinsen in Zukunft entwickeln. Eine lange Laufzeit der Zinsbindung kostet daher einen Zinsaufschlag. Derzeit sind die Zinsen niedrig. Daher empfiehlt es sich trotz Aufschlag: Sichern Sie sich die günstigen Konditionen für möglichst viele Jahre.
  • Tilgungshöhe:
    Wenn Sie bereits am Anfang viel zurückzahlen, zahlen Sie das Darlehen insgesamt schneller zurück. Das verringert das Risiko der Bank und wird mit Top-Zinsen belohnt. Entscheiden Sie sich für ein Volltilger-Darlehen? Dann erhalten Sie meist einen Abschlag auf den Zinssatz. Auch auf diesem Weg können Sie sich Top-Zinsen sichern. Bitte vergleichen Sie die verschiedenen Darlehensarten sehr sorgfältig.
  • Sondervereinbarungen:
    Um Ihre Immobilie bestmöglich zu finanzieren, können einige zusätzliche Vereinbarungen helfen, etwa:
    - eine möglichst lange Phase ohne Bereitstellungszinsen
    - kostenlose Sondertilgungen
    - die Möglichkeit, die Tilgungshöhe anzupassen.
    Nicht jeder Darlehensgeber bietet diese Möglichkeiten, und auch die Konditionen können stark schwanken. Nur wenn Sie wirklich viele Angebote vergleichen, erhalten Sie ein individuell zugeschnittenes Darlehen mit Top-Zinsen
  • Marge der Bank
    Jede Bank erhebt einen Aufschlag auf den Marktzinssatz. Damit decken sie ihre Kosten und erwirtschaften ihren Gewinn. Auch daher gilt es, möglichst viele Angebote von Banken zu vergleichen.
In der Regel berücksichtigt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für ein Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich.
Ihr Nachbar / Ihre Nachbarin erhält Top-Zinsen von Bank A? Dann muss das für Sie nicht gelten und vielleicht bietet für Sie Bank B den besseren Zinssatz. Daher ist der Vergleich so wichtig.
Bei uns erhalten Sie ihn ganz unverbindlich. Die Expertinnen und Experten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie handeln in Ihrem Interesse. Gemeinsam vergleichen Sie Angebote von über 500 Anbietern. So finden Sie bestimmt Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt - und Ihnen den Traum vom eigenen Haus erfüllt.
Generell nutzt jede Bank diese Faktoren, um den Zinssatz für das Angebot zu bestimmen. Doch nicht jede Bank bewertet Ihre individuelle Situation gleich. Wenn Ihr Nachbar Top-Zinsen von Bank A erhält, kann für Sie Bank B den besseren Zinssatz im Angebot haben. Nutzen Sie deshalb unbedingt die Möglichkeit zu einem kostenlosen und unverbindlichen Vergleich. So finden Sie die Bank, die Ihnen für Ihren Traum vom Haus die besten Hypothekenzinsen anbietet. Die Baufinanzierungsexperten von Interhyp sind an keine Bank und kein bestimmtes Produkt gebunden. Sie nehmen gemeinsam mit Ihnen einen Vergleich der Angebote von mehr als 500 Anbietern zur Baufinanzierung vor. So finden Sie immer Ihren persönlichen Top-Zins und eine Immobilienfinanzierung, die zu Ihnen und Ihren Wünschen passt.
Wichtig: Auch wenn die Hypothekenzinsen beziehungsweise Bauzinsen aktuell niedrig sind. Schließen Sie nichts voreilig ab. Planen Sie vielmehr wohlüberlegt. Und dazu gehört ein sorgfältiger Vergleich der Banken. Nutzen Sie den Zinsbericht von Interhyp, um auf dem Laufenden zu bleiben. Gut beraten sind Sie nur mit objektiven Expertinnen und Experten, die Sie über mögliche Darlehensvarianten aufklären und mit allen wichtigen Informationen versorgen.

Kurz und knapp: Das sagen die Fachleute

Kurzfristig sehen die meisten der von uns befragten Expertinnen und Experten das Aufwärtspotenzial am Zinsmarkt zunächst ausgereizt. In den nächsten Wochen erwarten sie gleichbleibende Konditionen. Längerfristig hält die Mehrheit jedoch noch höhere Zinsen für möglich, von 3 bis 3,5 %, vereinzelt auch darüber, etwa bis 4 %. Aber es gibt ebenso Stimmen, die mittel- bis langfristig wieder geringere Zinsen als aktuell in Betracht ziehen.

Allianz

"Die Inflationsraten bleiben auf hohem Niveau und die Staaten benötigen als Folge des Ukrainekriegs noch mehr Geld als geplant. Die EZB kann diesen Kapitalbedarf nicht befriedigend und muss zudem noch der Inflation entgegentreten. Dies bewirkt steigende Zinsen."

Commerzbank

"EZB-Präsidentin Lagarde sorgte für Aufmerksamkeit, indem sie in einem Blogbeitrag den Ausstieg aus negativen Leitzinsen zum Ende des dritten Quartals ankündigte. Wir rechnen mit zwei Zinsanhebungen um jeweils 25 Basispunkte im Juli und September. Für die Zeit danach avisiert Lagarde eine schrittweise Normalisierung in Richtung des neutralen Zinssatzes, den die EZB bei 1 Prozent bis 1,5 Prozent sieht. Der Renditeanstieg an den Rentenmärkten dürfte deshalb anhalten. Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden. Der Inflationsdruck bleibt hoch. Aufgrund der Null-Corona-Politik Chinas, den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und den gestiegenen Energiepreisen bleibt die Inflationslage angespannt. Allerdings sind die jetzt von uns erwarteten EZB-Zinserhöhungen schon größtenteils eingepreist und es liegt ein Großteil des Renditeanstiegs bereits hinter uns. Wir rechnen weiterhin damit, dass die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 1,25 bis 1,50 Prozent ansteigen dürfte, die fünfjährige in Richtung 1,00 Prozent."

Deutsche Bank

"Angesichts weiter steigender Inflationsraten im Euroraum dürfte die Europäische Zentralbank die Leitzinsen früher und stärker erhöhen als noch vor kurzem erwartet. Da die Zinserhöhungen am Markt weitgehend eingepreist sind, sollten die mittel- und langfristigen Kapitalmarktrenditen trotz der anstehenden Zinswende nur moderat nach oben klettern. Wir erwarten daher auch nur einen begrenzten Anstieg bei den Bauzinsen."

DKB Deutsche Kreditbank

"Im Vorfeld der EZB Sitzung am 9. Juni hat sich die letzten Wochen eine erste Zinserhöhung für die Juli-Sitzung verfestigt. Eine zweite Erhöhung wird mit Sicherheit kurz darauf folgen, so dass bereits im Herbst die Negativzinsen der Vergangenheit angehören werden. Der Kapitalmarkt hat dieses Szenario schon vor einigen Wochen vorweggenommen. Deshalb sind die Kapitalmarktzinsen zuletzt auch nicht mehr weiter gestiegen, sondern bewegen sich sehr volatil seitwärts. Nach wie vor wird die EZB im Vergleich zur amerikanischen FED deutlich zurückhaltender agieren und sich möglichst viele Optionen in der Zukunft offenlassen."

HypoVereinsbank

"Rekordhohe Inflationsraten und der nahende Beginn der EZB-Zinsanhebungszyklus dürften die Renditen auch in den kommenden Wochen noch etwas nach oben drücken. Mittelfristig sollte sich allerdings herausstellen, dass die EZB den Einlagesatz weit weniger anheben wird als derzeit in den Märkten eingepreist ist. Infolgedessen erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte einen spürbaren Rückgang der Renditen."

ING Deutschland

"Die erste Aufregung darüber, dass auch die EZB endlich die Zinsen anheben wird, hat sich gelegt. Die Kapitalmärkte richten sich jetzt schon wieder auf die Frage, wie viele Zinsschritte es geben könnte und wie weit diese gehen könnten. Mit einer weiterhin unsicheren wirtschaftlichen Lage, großen strukturellen Veränderungen durch den Krieg in der Ukraine und eventuellen Zinssenkungen in den USA im Jahr 2023, wird der Spielraum auch für die EZB begrenzt sein. Zinswende ja, aber viele Zinsschritte wird es wohl nicht geben."

Münchener Hyp

"Mit den angekündigten Zinserhöhungen ändert die EZB ihre Geldpolitik und schwenkt auf mehr Inflationsbekämpfung um. Die Rentenmärkte haben diese Zinserhöhungen bereits eingepreist und die Renditen für längere Laufzeiten auf ein erhöhtes Niveau ansteigen lassen. Aufgrund der hohen Inflation und des damit verbundenen Kaufkraftentzugs der Verbraucher, der Lieferkettenprobleme und erhöhten Zinsen erwarten wir für den Rest des Jahres und 2023 eine eher verhaltene Wirtschaftsentwicklung. Das Zinsniveau für zehnjährige Hypothekenkredite dürfte daher unter Schwankungen auf dem aktuellen Niveau verharren."

PSD Bank RheinNeckarSaar

"Aufgrund des Zusammenhangs zwischen Geldmengenwachstum und nachgelagerter Preissteigerungsraten sowie den möglichen Folgen der Sanktionspolitik (Angebotsverknappung bei weiter bestehender Nachfrage) gehen wir davon aus, dass die Preise und somit auch die Zinsen am langen Ende weiter stetig steigen. Wie restriktiv die EZB letztendlich handeln wird bzw. kann, bleibt abzuwarten."

Santander

"Die Anleihemärkte legen aktuell eine Verschnaufpause ein. Mit dem kräftigen Anstieg seit Jahresbeginn haben sie einen Teil des Zinsanstiegs bereits vorweggenommen, der aufgrund der hartnäckig hohen Inflation und der eingeleiteten Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken zu erwarten ist. Da die Inflation in den kommenden Monaten nur langsam zurückgehen dürfte, sollte sich der Zinsanstieg in den kommenden Monaten mit moderatem Tempo fortsetzen."

Sparkasse Hannover

"Zeigt sich keine baldige Entspannung bei der Inflationsentwicklung, dürfte die EZB die Anhebung der Leitzinsen weiter beschleunigen. Davon abhalten könnte sie vermutlich nur ein spürbarer Einbruch der Konjunktur, was aktuell trotz deutlich gesunkener Wachstumserwartungen nicht absehbar ist. Die langfristigen Zinsen dürften noch etwas steigen, auch wenn die Zinsanhebungen der EZB. aufgrund der bereits hohen Zinserwartungen keinen starken Einfluss mehr ausüben sollten."

Zins- und Marktumfeld

Wie verunsichert Marktteilnehmende im Augenblick sind, lässt sich derzeit gut an den Börsen weltweit erkennen. Aussagen zu Themen wie Lockdowns, Inflation, Geldpolitik oder dem Ukraine-Krieg führen zu heftigen Kursausschlägen. Unabhängig vom nervösen Auf- und Ab hat sich in den vergangenen Monaten erkennbar ein Kurswechsel vieler Anleger vollzogen. Die von der amerikanischen Notenbank FED eingeleitete und von der europäischen Zentralbank EZB angekündigte Zinswende hat wichtige Aktienindizes wie Dow Jones, Dax oder Nasdaq in der Tendenz deutlich sinken lassen, gleichzeitig haben die Renditen wichtiger Staatsanleihen oder der Dollar gegenüber dem Euro zugelegt.
Ein Auslöser der Neubewertungen ist vor allem die Rekordinflation. In der Eurozone ist die Geldentwertung im Mai mit 8,1 % auf den höchsten Wert seit Beginn der Eurostat-Aufzeichnungen im Jahr 1997. In den USA lag die Inflation zuletzt mit 8,3 % noch höher. Marktteilnehmer gehen in den nächsten Monaten von weiter sehr hohen Inflationsraten aus, einige erwarten jedoch spätestens ab nächstem Jahr eine deutliche Entspannung.
Ein zweiter Faktor, der die Märkte direkt und indirekt in Atem hält, ist der Ukraine-Krieg. Die Sanktionen führen einerseits in weltweit bedeutenden Volkswirtschaften wie Deutschland zu enormen wirtschaftlichen Risiken insbesondere in energieintensiven Branchen. Andererseits verschärfen sich Lieferkettenprobleme, die Produktion und Verkauf stören – und wiederum die Preise nach oben treiben.
Ebenfalls unberechenbar bleibt nach mehr als zwei Jahren Pandemie das Corona-Virus. Chinas Null-Covid-Strategie hat der wachstumsverwöhnten chinesischen Volkswirtschaft zugesetzt. In Europa hat sich die Konjunktur zwar mit dem Ende der Lockdown-Maßnahmen trotz des Ukraine-Kriegs robuster als erwartet entwickelt. Aber: Die Unsicherheiten mit Blick auf den Pandemieverlauf oder eine mögliche Energiekrise im Herbst und Winter bergen anhaltend Risiken.
Die Notenbanken haben auf die Gemengelage aus immenser Staatsverschuldung, Konjunkturproblemen durch Krieg und Krisen sowie zuletzt die Inflation unterschiedlich reagiert. Die amerikanische Notenbank FED hat den Inflationsanstieg zwar erst spät ernstgenommen, dann aber ihre Geldpolitik zügig angepasst. Im Mai wurde der Leitzins zum zweiten Mal erhöht. Die Währungshüter sind sich einig, dass die hohe Inflation weitere starke Gegenmaßnahmen erfordert und haben weitere größere Zinserhöhungsschritte in Aussicht gestellt. Im Juni und Juli könnten nächste Leitzinserhöhungen folgen.
In der Eurozone hat die EZB der Inflationsexplosion lange ohne Zinserhöhungen gegenübergestanden. Zur nächsten Sitzung am 9. Juni soll das Ende der EZB-Anleihekäufe beschlossen werden. Zudem gibt es Hinweise auf einen ersten Zinsschritt im Juli und einen nächsten im September.
Für Immobilienkäufer manifestiert sich damit das aktuelle Zinsniveau. Die zehnjährigen Renditen bundesdeutscher Staatsanleihen, die neben den Leitzinsen ebenso als eine wichtige Benchmark für die Entwicklung beim Baugeld gelten, sind zuletzt weiter kräftig gestiegen. Nachdem sie über lange Zeit im Minus waren, liegen die Renditen bei aktuell über 1 %.

Interhyp-Expertenrat

Interessenten sollten bedenken, dass sich die zweite Kommastelle der Bauzinsen schnell ändern kann – beziehungsweise Institute Zinserhöhungen und Senkungen unterschiedlich schnell weitergeben. Der Vergleich von Angeboten über einen Vermittler wie Interhyp lohnt daher aktuell mehr denn je. Sobald jedoch ein konkretes Angebot von einem Kreditgeber vorliegt, gilt dieses je nach Bank in der Regel zwischen zwei und fünf Tagen. In dieser Zeit sind alle nötigen Unterlagen bei der Bank einzureichen, sonst verfällt das Zinsangebot. Wir empfehlen deswegen, vorab das Gespräch mit einer Finanzierungsberaterin oder einem Berater zu suchen. So lässt sich rechtzeitig klären, welche Unterlagen und Entscheidungen nötig sind. Auch Eigentümer und Eigentümerinnen mit laufenden Darlehen können im aktuellen Umfeld ihre Baufinanzierung optimieren. Wer jetzt, in einigen Monaten und in bis zu fünf Jahren seine Anschlussfinanzierung regeln muss, weil die Zinsbindung endet, sollte jetzt die Konditionen prüfen. Mit sogenannten Forward-Darlehen lassen sich günstige Zinsen für bis zu fünf Jahre im Voraus sichern. Für eine längere Vorlaufzeit wird ein Zinsaufschlag, der Forward-Aufschlag, berechnet. Aber: Für einen Anschlusszeitpunkt, der nur sechs bis zwölf Monate in der Zukunft liegt, fällt oft kein Aufschlag an. Ob sich ein Forward-Darlehen tatsächlich gelohnt hat, ist erst in der Zukunft klar – wenn der Marktzins dann tatsächlich höher ausfällt als der Zins des Forward-Darlehens. Doch selbst wenn der Zins geringer liegen sollte, haben sich Eigentümer zumindest Kalkulationssicherheit erkauft. Auch hier lohnt es sich, sich rechtzeitig beraten zu lassen.

Darlehenszinsen im Allgemeinen - das sollten Sie wissen

Die Darlehenszinsen sind ein aktuell großes Thema. Denn noch immer sind die Kreditzinsen auf einem äußerst geringen Niveau. Dies gilt keinesfalls nur für die Bauzinsen. Sie erhalten beispielsweise auch Ratenkredite zu aktuell sehr niedrigen Zinssätzen. Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, sollten Sie jedoch einiges über Darlehenszinsen wissen.

Wonach richtet sich die Höhe der Darlehenszinsen?

Die Höhe der Darlehenszinsen wird von mehreren Faktoren maßgeblich beeinflusst. Dazu zählen sowohl innere als auch äußere Faktoren, insbesondere:
  • Leitzinsen bzw. allgemeines Zinsniveau am Markt
  • Darlehensart
  • Bonität des Kunden / der Kundin
  • Darlehenssumme und Laufzeit
  • Sicherheiten
Für Sie interessant: Die Darlehenszinsen hängen auch von der Kreditart ab. So zahlen Sie beispielsweise für einen Dispositionskredit auch 2021 noch Zinssätze von teilweise zehn, elf oder sogar zwölf Prozent. Einen Ratenkredit erhalten Sie hingegen im günstigsten Fall sogar zu einem Zins von unter zwei Prozent. Noch günstiger sind derzeit Immobilienkredite. Denn sie werden mittlerweile schon zu vorteilhaften Zinssätzen vergeben.

Wie werden die Darlehenszinsen berechnet?

Sie berechnen Darlehenszinsen relativ einfach. Sie benötigen dazu lediglich die gewünschte Kreditsumme, die Laufzeit des Darlehens sowie den Zinssatz, den die Bank veranschlagt. Auf dieser Grundlage können Sie den zu zahlenden Darlehenszins berechnen, ebenso wie die monatliche Kreditrate.
Bei einem Immobilienkredit kommt als Besonderheit hinzu: Die Höhe der zu zahlenden Darlehenszinsen nimmt im Laufe der Jahre ab. Dies geschieht durch die Tilgungsverrechnung, die meist monatlich stattfindet.
Sie bewirkt nämlich, dass Ihre Restschuld um die bereits geleistete Tilgung reduziert wird. Denn die Darlehenszinsen werden bei einem Hypothekenkredit ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Restschuld ermittelt. Somit wird die Zinssumme im Laufe der Zeit immer geringer. Auf der anderen Seite erhöht sich die Tilgung, wenn Sie sich für ein Annuitätendarlehen entschieden haben. Dort bleibt die monatliche Kreditrate nämlich immer gleich, sodass sich nur das Verhältnis von Tilgung und Zinsen verschiebt.
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